Eigentlich sollte es nur eine kleine Runde werden.
Ein bisschen frische Luft vor dem Abend. Vielleicht eine halbe Stunde am Waldrand entlang, bevor langsam Ruhe einkehrt.
Doch manchmal entscheidet der Abend selbst, dass er noch nicht zu Ende ist.
Zwischen Feldweg und den hohen Tannen tauchte plötzlich eine kleine Katze auf. Erst lief sie nur ein Stück neben uns her, dann immer näher. Sie wirkte verspielt, neugierig und überhaupt nicht scheu. Immer wieder sprang sie nach kleinen Ästen, die wir ihr hinhielten, verschwand kurz im Gras und kam wenige Sekunden später wieder hervor.
Der Wald wurde langsam ruhiger. Und genau in diesem Moment tauchte plötzlich ein Hund aus Richtung der kleinen Waldlichtung auf.
Für einen kurzen Augenblick ging alles ganz schnell.
Die kleine Katze schoss mit erstaunlicher Geschwindigkeit den nächsten hohen Baum hinauf — weit nach oben zwischen die dunklen Äste der Tannen. Dort blieb sie erst einmal sitzen und beobachtete alles von oben.
Mit jedem Blick in die Baumwipfel wurde aus der kleinen Abendrunde langsam ein längerer Aufenthalt am Waldrand. Zwischen Zweigen und Ästen war die Katze kaum noch zu erkennen. Wer das Foto genauer betrachtet, entdeckt sie vielleicht selbst.
Während es langsam dunkler wurde, standen wir noch eine ganze Weile dort unten und redeten ruhig auf sie ein. Mal vorsichtig, mal ermutigend. Und irgendwann kam tatsächlich Bewegung in die Äste.
Langsam fand die kleine Katze ihren Weg wieder nach unten.
Erst als der Wald längst still geworden war, ging es schließlich zurück.
Vielleicht sind es genau diese ungeplanten Momente, die man später mit nach Hause nimmt:
Kein großes Ausflugsziel. Kein besonderes Programm. Nur ein Abend am Waldrand, der plötzlich seine ganz eigene kleine Geschichte schrieb.
